22. Brandenburger Energieholztag

27.08.2026

„Wertschöpfung mit Holz als nachhaltiger und regionaler Rohstoff für Energie und Klimaschutz“ - unter diesem Motto fand der 22. Brandenburger Energieholztag in der Museumsscheune in Bloischdorf statt.


Holz als Schlüssel für regionale Wertschöpfung, Klimaschutz und Zukunftsperspektiven

Am 27. August 2026 wurde die Museumsscheune in Bloischdorf erneut zum Treffpunkt für Fachleute aus Forst- und Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik. 

Zum 22. Mal kamen zahlreiche Interessierte zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, innovative Forschungsansätze und praktische Lösungen rund um die nachhaltige Nutzung von Holz auszutauschen. 

In diesem Jahr unter dem Motto „Wertschöpfung mit Holz als nachhaltiger und regionaler Rohstoff für Energie und Klimaschutz“.

Bereits die Grußworte von Wolfgang Roick (Mitglied des Landtags), Martin Heusler (Landrat Spree-Neiße) und Dr. Ing. Klaus Freytag (Beauftragter des Ministerpräsidenten für die Lausitz) machten deutlich, welche Bedeutung Holz und Wald für die Zukunft Brandenburgs besitzen. Im Mittelpunkt des Tages standen Fragen der klimaangepassten Waldbewirtschaftung, der regionalen Wertschöpfung, neuer Technologien sowie der Rolle von Holz als nachwachsendem Rohstoff im Zuge der Energiewende.


Der 22. Brandenburger Energieholztag hat eindrucksvoll gezeigt, dass Holz weit mehr ist als ein Energieträger. Es ist ein zentraler Bestandteil regionaler Wertschöpfung, ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz und ein Schlüsselrohstoff für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume. Die vielfältigen Vorträge, Diskussionen und persönlichen Gespräche machten deutlich, dass die Herausforderungen des Klimawandels nur gemeinsam bewältigt werden können – durch Innovation, Vernetzung und die nachhaltige Nutzung unserer heimischen Ressourcen.

Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Frage, wie unsere Wälder an die Folgen des Klimawandels angepasst werden können. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie stark Trockenheit, Stürme und Schädlinge die Wälder unter Druck setzen. Viele Vorträge verdeutlichten, dass der Wald der Zukunft vielfältiger, widerstandsfähiger und stärker an die regionalen Bedingungen angepasst sein muss. Mischbestände, klimaangepasste Baumarten sowie eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung gelten dabei als wesentliche Voraussetzungen, um die ökologischen und wirtschaftlichen Funktionen des Waldes langfristig zu sichern. Dabei wurde auch deutlich, dass Waldumbau nicht nur eine ökologische Aufgabe ist, sondern zugleich eine Investition in den Klimaschutz und die Zukunftsfähigkeit der Forstwirtschaft darstellt.

Besonders für Brandenburg mit seinen oftmals trockenen und sandigen Standorten bieten Agroforstsysteme interessante Perspektiven. Sie tragen zur Verbesserung des Wasserhaushaltes bei, schützen vor Erosion, fördern die Biodiversität und schaffen zusätzliche Wertschöpfungsmöglichkeiten.

Auch die energetische Nutzung von Holz spielte eine wichtige Rolle. In den Fachvorträgen wurde deutlich, dass moderne Holzenergieanlagen einen bedeutenden Beitrag zur erneuerbaren Wärmeversorgung leisten können. Gleichzeitig wurde die Bedeutung hochwertiger Brennstoffqualitäten hervorgehoben. Insbesondere qualitätsgesicherte Holzhackschnitzel ermöglichen einen effizienten und emissionsarmen Betrieb von Heizungsanlagen und Nahwärmenetzen. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Einblicke in Qualitätsstandards, Marktentwicklungen und Einsatzmöglichkeiten moderner Holzbrennstoffe.

Darüber hinaus wurde intensiv über die Rolle von Holz innerhalb einer nachhaltigen und regionalen Wirtschaft diskutiert. Die stoffliche Nutzung von Holz im Bauwesen sowie innovative Wertschöpfungsketten standen dabei ebenso im Fokus wie die Frage, wie Forschungsergebnisse schneller in die Praxis übertragen werden können. Beispiele aus Thüringen und Brandenburg zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung von Holzwirtschaft, Digitalisierung, Sensorik und modernen Fertigungstechnologien steckt. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung gesunder Böden für Klimaschutz und Waldentwicklung. Diskutiert wurde, welche Rolle Waldböden als Kohlenstoffspeicher spielen und wie eng Waldgesundheit, Bodenqualität und Klimaschutz miteinander verknüpft sind. Die Beiträge machten deutlich, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung immer den gesamten Lebensraum Wald betrachten muss – von den Baumkronen bis tief in den Boden. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Klimaextreme gewinnt dieses Wissen erheblich an Bedeutung.

Neben den Fachvorträgen bot der Energieholztag vor allem Raum für persönliche Gespräche und fachlichen Austausch. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung nutzten die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen, neue Kooperationen anzustoßen und aktuelle Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren. Gerade dieser direkte Austausch ist seit vielen Jahren ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Veranstaltung.


Exkursion zur Branitzer Baumuniversität

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Exkursion von Dr. Christian Böhm zur Branitzer Baumuniversität. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in die Arbeit der Einrichtung und konnten erleben, wie Forschung, Bildung und Praxis miteinander verknüpft werden, um Lösungen für klimaresiliente Landschaften und nachhaltige Gehölzstrukturen zu entwickeln.


Save-The-Date

Der 23. Brandenburger Energieholztag wird am 26.08.2027 in der Museumsscheune in Bloischdorf stattfinden.

Gern nehmen wir schon jetzt Hinweise auf interessante Themen, Projektvorstellungen oder Fachvorträge für das kommende Jahr entgegen. Wenn Sie Ideen haben oder selbst einen fachlichen Beitrag vorstellen möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht.

Bloischdorf
Bloischdorf

Programm 2026

Vorträge zum Download

Dr. Hermann Hansen | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)

Melanie Schmidt | Deutsches Pelletinstitut (DEPI)

Prof. Dr. Peter Spathelf | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Prof. Dr. Reinhard Hüttl | Eco-Environment Innovation Berlin

Prof. Erik Findeisen | Kompetenzzentrum für Holzbau und Nachwachsende Rohstoffe (KHoR)

Andreas Bernaschek | Technische Hochschule Wildau



 
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