Solarenergie in Brandenburg
Sonnenenergie kann über die Erzeugung von Wärme in Solarthermieanlagen oder über die Erzeugung von Strom mit Photovoltaiksystemen oder Solarthermiekraftwerken genutzt werden.

- Der von juwi-Gruppe und First Solar GmbH errichtete Solarpark Lieberose
Die Nutzung von Photovoltaiksystemen zur Stromerzeugung spielt in Brandenburg bisher im Vergleich zur Wind- und Bioenergie eine untergeordnete Rolle, auch wenn es in jüngster Zeit starke Zuwächse gegeben hat. Nach den neuesten vorliegenden Zahlen von 2007 (EEG Statistikbericht 2007 der Bundesnetzagentur) macht die in Brandenburg installierte Leistung von 40 MW nur einen geringen Teil der knapp 4.000 installierten MW im gesamten Bundesgebiet aus. Im Vergleich zu 2005 hat sich allerdings die installierte Leistung pro Einwohner von 6,4 W auf 15,8 W mehr als verdoppelt.
Die Zahlen von 2007 berücksichtigen auch noch nicht die Entwicklungen der letzten Monate. So wurden allein in den Solarparks Lieberose und Finsterwalde mit 53 bzw. 41 MW Leistungen installiert, die alleine schon über der gesamten installierten Leistung von 2007 liegen. In Finsterwalde arbeitet man zurzeit bereits an einer Erweiterung des Solarparks. Der Solarenergiemarkt in Brandenburg ist derzeit sehr dynamisch und man darf gespannt auf die nächsten offiziellen Zahlen sein.
Durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird die Verbreitung regenerativer Energieträger in Deutschland stark gefördert. Produzenten von Solarstrom profitieren dabei von einer besonders hohen garantierten Mindesteinspeise- vergütung für ihren Strom. So wurden 2007 im Durchschnitt 52 Cent je Kilowattstunde Solarstrom ausgezahlt (EEG Statistikbericht 2007 der Bundesnetzagentur). Die Mindesteinspeisevergütung wird jährlich je nach Menge der installierten Leistung angepasst. Für im Jahr 2010 installierte Anlagen kann „nur“ noch mit einer Mindestvergütung von ca. 32 Cent gerechnet werden.
Während mit Stand vom 31.12.2007 in Brandenburg ca. 4.300 Photovoltaikanlagen gezählt werden, gibt es mit ca. 18.300 Stück deutlich mehr solarthermische Anlagen (MLUV: Brandenburg in Daten und Zahlen). Diese technisch einfacheren und preiswerteren Anlagen nutzen die Sonnenergie zur Brauchwassererwärmung und zur Unterstützung der Heizungsanlage.
Zum 01.01.2009 ist auf Bundesebene das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Kraft getreten. Eigentümer sind nun beim Neubau verpflichtet, die Wärmeversorgung zu einem bestimmten Prozentsatz über erneuerbare Energien zu gewährleisten. Eine finanzielle Förderung seitens des Bundes ist möglich. Hierdurch ist eine weitere Verbreitung von solarthermischen Anlagen zu erwarten.
- ETI - Fachfolder Solares Heizen und Kühlen
- Solarenergiepotential in Brandenburg
- Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Brandenburg
- Beispielanlagen in Brandenburg
- Solartechnologie-Hersteller aus Brandenburg und Berlin
Nähere Informationen zu den Technologien finden Sie hier:
Brandenburg ist ein bedeutender Standort für die Produktion von Photovoltaikanlagen. 40,5 % aller Module in Deutschland werden in Berlin-Brandenburg hergestellt, womit diese Region den Spitzenplatz vor Sachsen (19,9 %) einnimmt (Quelle: Zukunftsagentur Brandenburg: Solarenergie in der Hauptstadtregion). Die Solarenergietechnik ist eine der innovativsten und wachstumsstärksten Branchen in Berlin-Brandenburg und beschäftigt ca. 5.000 Personen. Führende Unternehmen wie die Conergy AG, aleo solar AG und die First Solar GmbH haben Anlagen mit erheblichem Produktionsvolumen in Brandenburg errichtet. Daneben haben sich eine Reihe weiterer kleinerer Produzenten in Brandenburg etabliert.
Neben den Modulen selbst werden in Brandenburg auch Montagesysteme und Nachführanlagen produziert (z.B. Conergy AG in Rangsdorf, MP-TEC GmbH & Co. KG in Eberswalde, Sunzenit GmbH in Märkisch Luch).
Die ETI arbeitet eng mit der Berlin-Brandenburgischen Solarwirtschaft zusammen und organisiert zum Beispiel jährlich den Gemeinschaftsstand der Länder auf der Leitmesse "Energy" während der weltgrößten Industriemesse in Hannover unter Beteiligung von Brandenburger und Berliner Solarunternehmen.
Im Jahr 2008 erstellte die ETI einen Fachfolder zum Thema "Solares Heizen und Kühlen" als Informationsmaterial für Bauherren, Planer und Ingenieurbüros.




